
Eine erste Ahnung auf den Beginn des fremder Zyklus soll die neue Single von ASP mit dem Titel Wechselbalg vermitteln. Hat man das Produkt aus dem schützenden Cellophan befreit, faszinieren zunächst die optischen und haptischen Eindrücke. Rau fühlt sich die bedruckte Oberfläche des Digipaks an, ein besonderer Lack macht diese individuelle Prägung möglich. Das Textblatt in wiederstandsfähiger Pappkartonstärke, einer der Texte in Kalligrammform umgesetzt. Die Credits sind hangeschrieben. Edel und wertvoll wirkt alles. Der erste Song: "Wechselbalg". Ein geradliniger Track, der den Geist wach und die Glieder locker macht. Weiter geht es mit "Angstkathedrale". Schwer, dunkel, unheilvoll bohren sich die Klänge ins Gemüt. Der intensive Gesang legt Fesseln um jede einzelne Gehirnwindung, fast vergisst man zu atmen. Ein akustischer Zwischenteil sorgt für Auflockerung und lässt das Lied schließlich in etwas schnelleren Rock übergehen. Mit ihrer Interpretation von "Bald Anders" bietet uns die Band sodann eine gelungene Hommage an Ougenweide, eine sehr frühe Live Version von "Dancing MCMXCV" rundet die Single mit einem kleinen Schatz aus den Archiven des Masterminds ab. Und so können wir erleichtert feststellen: ASP sind zurück - komplex, emotional, großartig! (10/10)